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Chemie

Grundtatsachen

Geschichte

 

Bulgarien war eines der wichtigsten Länder bei der Produktion von Chemikalien und chemischen Produkten im ehemaligen Ostblock.

1901 – Eine der ersten ausländischen Investitionen im Lande war ein Schuhwachswerk in Russe, das jetzige Orgachim

 

1954 – Errichtung des Dinatriumcarbonatwerkes in Devnya, derzeitig das größte Werk in Europa der Solvay Group

 

1963 – Eröffnung des Ölchemiewerkes in Burgas, jetzt “Lukoil - Neftochim – Burgas”

1966– Eröffnung des chemischen Werkes zur Produktion von Zellulose und künstlichen Fliesen “Svilosa” in Svishtov, errichtet nach dem neustem Stand der Technik.

 

Anfang der 90-er Jahre exportierte das Land über 180 chemische Produkte in 80 Länder und war eines der führenden Länder auf dem Markt für Dinatriumcarbonat, Phosphor und Stickstoffdüngemitteln und anderer Produkte.

 

1966-1970 –die Jahre werden die “Fünfjahresperiode der Chemie und der organischen Synthese” genannt: die Ölverarbeitungsleistungen verdoppelt sich und das Produktionsvolumen vervierfacht sich.

 

 


Nach der demokratischen Wende wurde ein großer Teil der bulgarischen Unternehmen von ausländischen Investoren erworben

1997 – Solvay, Belgien erwirbt 60% des Carbonatswerkes in Devnya. Heute ist das die größte Produktionsstätte für Dinatriumcarbonat in Europa.

 

1999 – Lukoil erwirbt 58% von “Neftochim

Burgas”, das auch weiterhin das größte Ölverarbeitungswerk auf dem Balkan ist.



1997, 1998, 2004 – Holcim, Titan, Italcementi Group modernisieren Zementwerke

 

1998, 1999, 2001 – Henkel, Knauf, Saint Gobain schalten sich mit hohen Leistungen in die Herstellung von Baumaterialien ein



1999 – die amerikanische Gesellschaft Acids & Fertilizers kauft den Mehrheitsanteil an Agropolichim. Heute exportiert das Unternehmen Phosphorund Stickstoffdüngemittel in fünf Kontinente.

2005 – Das türkische Unternehmen Şişecam Group baut ein neues Werk zur Produktion von Glaserzeugnissen in der Nähe von Targovishte. 2011 besitzt Şişecam bereits vier Werke mit für dieses Gebiet einzigartigen Produkten

 

 

Export

 

Der Export von Produkten der chemischen Industrie (Mio. Euro) verzeichnet 2010 ein wesentliches Wachstum

 

Die günstige geografische Lage und die wettbewerbsfähige Produktion Bulgariens sind Schlüsselfaktoren für den Export von Produkten der chemischen und verwandten Industrien in alle führenden Weltmärkte.

 

 

 

Gesellschaften in Chemiebranche

 

In Bulgarien sind sowohl große internationale Unternehmen als auch lokale Wettbewerber vertreten.

 

Die größten Unternehmen in ausgewählten Unterbereichen, 2009

Gesellschaft
Umsatz  Mio. Euro

Angestellte

Standort

Chemische Stoffe und Produkte

Solvay Sodi

117,5

551

Varna

Agropolychim

112,3

727

Varna

Orgachim (Policolor)

53,6

680

Ruse

Neochim

50,3

1 420

Haskovo

Ficosota Syntez

42,8

407

Shumen

Panchim

14,1

108

St. Zagora

Air Liquide Bulgaria

13,9

75

Sofia

Produkte aus Kautschuk und Kunststoff

Gotmar

48,6

1 004

Plovdiv

Vidahim

33

638

Vidin

Plastchim T

19,8

701

Dobrich

Hamberger Bulgaria

18,7

200

Gabrovo

Megaport

18,2

448

V. Tarnovo

Reynolds Consumer Products Bulgaria

17,1

33

Stara Zagora

Fibran Bulgaria

16,4

62

Sofia

Nichtmetallische Mineralprodukte

Trakya Glass Bulgaria (Sisecam)

109

912

Targovishte

Drujba Glassworks

86,9

753

Plovdiv

Devnya Cement (Italcimenti)

74,7

303

Varna

Zlatna Panega Cement (Titan)

56,3

330

Lovech

Ideal Standard -  Vidima

35,3

1 461

Gabrovo

Ytong  Bulgaria

32,7

223

Sofia

Vulkan Cement (Italcimenti)

26,8

166

Haskovo

 

Teilbereiche der Chemie

Alle wesentlichen Teilbereiche der Chemie sind im Lande gleichmäßig entwickelt.

 

 

Umsätze in %

 

 

Angestellte in %

Der Umsatz der gesamten chemischen Industrie beträgt 2,81 Milliarden Euro. Die Anzahl der beschäftigten Personen liegt bei über 85 000.

Den größten Anteil haben die Mineralprodukte mit einem Umsatz von 1,13 Milliarden Euro.

Der Gesamtbetrag von Papier, Pappe und ähnliche  beziffert sich auf 0,32 Milliarden Euro, und in diesem Unterbereich sind 10 200 Arbeitnehmer beschäftigt.

Die Umsätze in der Produktion von Erzeugnissen aus Kautschuk und Kunststoffen belaufen sich auf 0,79 Milliarden Euro.

 

 

Rohstoffe

Bulgarien bietet hochwertige Ressourcen mit einer Reihe von Rohstoffen in der Nähe von Produktionsanlagen.

Der Mirovsko Salzfund bei Provadiya und der Kalksteinbruch beliefern die gut entwickelte Produktion von Dinatriumcarbonat, welche führend für das Land und das Gebiet ist.

Bulgarien hat ein verzweigtes Netz von Flüssen, das gleichmäßig das Land durchzieht, sowie auch eine lange Schwarzmeerküste, weshalb es zu den führenden europäischen Ländern bei den Wasserressourcen gehört.

 

 

Erneuerbare Wasserquellen (m3 pro Einwohner)

 

Der hochwertige Ton zählt zu den größten Reichtümern des Landes, worauf die reichen Ziegelherstellungstraditionen begründet sind. Im Lande befinden sich einige große Lagerstätten, z.B. bei Lukovit und beim Dorf Propast, Kardzhali.

 

 

Produktionskosten

Die chemische Industrie in Bulgarien wird von den Energiepreisen begünstigt.

 

Erdgas, €/GWh

 

Elektroenergie, €/kWh

 

Die Strom- und Erdgaspreise in Bulgarien sind mit die niedrigsten in Europa. Daher sind die Produktionsausgaben wesentlich günstiger als anderswo in Europa.

Bulgarien hat die niedrigste Umsatzsteuer in der Europäischen Union. In den Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit beträgt die Unternehmenssteuer sogar Null Prozent.

 

Körperschaftsteuer in den europäischen Ländern

 

Konkurrenzfähige Preise und einen großen Bestand an gewerblichen Grundstücken und Industriegebieten

 

 

Industriegebäuden mieten, € /m2/Monat (Q2, 2011)

 

Industriegebäuden mieten in Bulgarien, € /m2/Monat (Q2, 2011)

 

Sofia bietet einige der niedrigsten Mieten für Industriegebäude im Vergleich zu anderen europäischen Städten. Die Mieten in Plovdiv und Varna sind sogar nur halb so teuer wie in Sofia.

Die Bulgarische Investitionsagentur (BIA) sichert Vorteile beim Erwerb von Grundstücken für zertifizierte Investoren.

 

Die Preise beim Erwerb von Industrie-Immobilien bewegen sich zwischen 15 bis 180 €/m². In Plovdiv und in anderen Provinzstädten bestehen gut entwickelte Industriegebiete mit Preisen zwischen 15 bis 30 €/m²

 

Preisintervalle in Beispielindustriegebieten, (€/m²)


Ökologie

 

Bulgarien hat das Protokoll von Kyoto unterzeichnet und beteiligt sich am Europäischen Handel mit Treibgasemissionen, was vielen Herstellern ermöglicht mit СО2 Emissionen zu handeln

 

Beispiel

Das Unternehmen “Neochim” AD– Dimitrovgrad, das Mineraldünger und andere chemischen Erzeugnisse herstellt ist ein eingetragener Betreiber beim Europäischen Handel mit Treibhausemissionen und verfügt über Überschussverkäufe europäischer Quoten (EUA) im Gesamtbetrag von  2,2 Mio. Euro. Im Oktober 2010 startete das Unternehmen ein Projekt zur Reduzierung von Emissionen bei der Produktion von Stickstoffsäure nach dem Mechanismus „Joint Implementation“ des Kyoto-Protokolls in Höhe von  1 Mio. Euro. Es wird erwartet, dass das Projekt ca. 112 T. Einheiten von reduzierten Emissionen (ЕРЕ) bis Ende 2012 generiert.

 

Investitionen in Anlagen und Produktionsstätten zur Verschmutzungskontrolle in der chemischen und verwandten Industrien, Mio. Euro, 2008

Quelle: Eurostat


Die bulgarische Gesetzgebung entspricht in Bezug auf alle Umweltvorgaben der europäischen. Die europäische Verordnung REACH ist für alle Unternehmen in der Branche obligatorisch. Die bulgarischen Unternehmen beteiligen sich an Initiativen wie Responsible Care.

 

Responsible care:

  • Alle Initiativen des Responsible care - Programmswerden in Bulgarien von der Bulgarischen Kammer der chemischen Industrie unterstützt.
  • Weltweit wird Responsible Care von International Council of Chemical Associations (ICCA) koordiniert
  • Ca. 30 Unternehmen in Bulgarien sind Mitglieder der Initiative und berichten jährlich über die Gesundheit der Mitarbeiter, der Arbeitersicherheit, über die Hauptumweltverschmutzer, über Transportunfälle und über die Nutzung von Energie und Wasser